Zusammenfassung:
Der aktuelle Strukturwandel in Deutschland äußert sich in einer Verschiebung der Wertschöpfung und Beschäftigung weg vom primären und sekundären hin zum tertiären Sektor (vgl. Abbildung A1). Das Ausmaß und die Dynamik dieses Prozesses variieren dabei erheblich zwischen den Regionen. Zwischen der Intensität des Strukturwandels und der Entwicklung der Spezialisierung von Regionen besteht ein enger Zusammenhang: Ein wachsender Anteil dienstleistungsorientierter Aktivitäten geht tendenziell mit einer größeren Branchenvielfalt einher und umgekehrt. In vielen Regionen hat sich die Wirtschaft zwischen 1993 und 2024 zunehmend diversifiziert. Einzelne - vor allem industrielle - Standorte weisen aber nach wie vor eine sehr hohe Spezialisierung auf. Transformation und Krisen können die Wirtschaftskraft und Arbeitsmarktlage dieser Regionen erheblich beeinträchtigen. Dagegen können Regionen, deren Wirtschaftsstruktur vielfältiger ist, negative Entwicklungen in einer Branche eher abfedern. Regionalpolitische Maßnahmen, die Diversifikation fördern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit spezialisierter Regionen sichern, tragen dazu bei, den Strukturwandel und die damit einhergehenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu gestalten.