Bitte verwenden Sie diesen Link, um diese Publikation zu zitieren, oder auf sie als Internetquelle zu verweisen: https://hdl.handle.net/10419/343602 
Autor:innengruppe: 
Arbeitskreis Konjunktur des IWH
Erscheinungsjahr: 
2026
Quellenangabe: 
[Journal:] Konjunktur aktuell [ISSN:] 2195-8319 [Volume:] 14 [Issue:] 3 [Year:] 2026 [Pages:] 64-95
Verlag: 
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Halle (Saale)
Zusammenfassung: 
Im Spätsommer 2026 ist die internationale Konjunktur auf Expansionskurs. Wesentliche Treiber sind die vom Boom um die Künstliche Intelligenz ausgelösten Investitionen. Sie werden vor allem in den USA getätigt. Der Erdölpreis ist wegen des Golfkonflikts gestiegen, er ist aber insbesondere in realer Rechnung niedriger als in früheren Energiekrisen, vor allem dank verminderter Nachfrage aus China. Die höheren Inflationsraten lassen erwarten, dass die Leitzinsen in den USA und im Euroraum in den kommenden Quartalen angehoben werden. Die Finanzpolitik ist in den beiden Wirtschaftsräumen in diesem Jahr leicht expansiv, im Jahr 2027 dürfte sie restriktiver werden. Alles in allem sind die Aussichten für eine stabile Weltkonjunktur gut, denn der KI-Boom dürfte weitergehen. Allerdings ist keine Beschleunigung zu erwarten, auch weil die Produktionskapazitäten der vom Boom erfassten Industrien ausgelastet sind. Die deutsche Konjunktur befindet sich auf Erholungskurs. Im zweiten Quartal 2026 ist das Bruttoinlandsprodukt das dritte Mal in Folge merklich gestiegen, wie schon im Vorquartal wegen steigender Exporte. Allerdings ist die Erwerbstätigenzahl weiterhin rückläufig, besonders deutlich im Verarbeitenden Gewerbe, auch wenn Wertschöpfungs- und Exportzahlen zeigen, dass einige Unternehmen von der gegenwärtig starken internationalen Nachfrage profitieren. Bei den anderen Verwendungsaggregaten ist für das erste Halbjahr noch kaum eine Erholung zu erkennen. So wird der private Konsum durch die Kaufkraftverluste aufgrund des Energiepreisanstiegs gedämpft, und die privaten Ausrüstungsinvestitionen sind zuletzt nicht über ihr Niveau von vor zweieinhalb Jahren hinausgekommen. Das Niedrigwasser des Rheins bremst die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe, allerdings sind die Pegelstände seit Mitte August wieder gestiegen. In den kommenden Quartalen dürfte sich die expansive Ausrichtung der Finanzpolitik zunehmend in steigenden Investitionen niederschlagen. Dafür, dass die Konjunktur aufrechtgerichtet bleibt, spricht auch, dass sich Stimmungsindikatoren wie die ifo Geschäftserwartungen zuletzt deutlich verbessert haben.
Persistent Identifier der Erstveröffentlichung: 
Dokumentart: 
Article

Datei(en):
Datei
Größe
1.63 MB





Publikationen in EconStor sind urheberrechtlich geschützt.