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https://hdl.handle.net/10419/339749 Titel:
Autor:innen:
Erscheinungsjahr:
2025
Quellenangabe:
[Journal:] IW-Trends - Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung [ISSN:] 1864-810X [Volume:] 52 [Issue:] 4 [Year:] 2025 [Pages:] 3-23
Verlag:
Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln
Zusammenfassung:
Die deutsche Gesellschaft altert und immer mehr Menschen müssen Erwerbsarbeit und Pflege miteinander vereinbaren. Von den rund 5,7 Millionen Pflegenden waren im Jahr 2022 fast drei Viertel unter 66 Jahren alt und damit noch im erwerbsfähigen Alter. Dabei variieren die Pflegelasten nicht nur nach Alter, Geschlecht und Einkommen, sondern auch nach dem Erwerbsumfang. Wer im Jahr 2022 in Vollzeit arbeitete, pflegte gemäß einer Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) mit durchschnittlich 1,9 Stunden pro Werktag nur halb so viele Stunden wie eine nicht erwerbstätige Person. Pflegende Männer gehen dabei häufig einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach, wenngleich der Vollzeitanteil unter nichtpflegenden Männern höher ausfällt. Frauen sind häufiger in Teilzeit tätig, gleichzeitig fallen die Unterschiede zwischen pflegenden und nichtpflegenden Frauen geringer aus. Ein Großteil der Pflegenden im Erwerbsalter verändert seinen Erwerbsumfang mit Eintritt der Pflege kaum: Nur 10 Prozent der Pflegenden im Alter von 18 bis unter 66 Jahren wechselten seit Übernahme der gegenwärtigen Pflegeverantwortung in die Erwerbslosigkeit. Das entspricht knapp 400.000 Personen, denen jedoch rund 260.000 Personen gegenüberstehen, die trotz Pflege eine Erwerbstätigkeit aufnahmen. Gleichzeitig besteht unter den Nicht-Erwerbstätigen im rentennahen Alter in vier von fünf Fällen kaum mehr ein Wiederbeschäftigungswunsch - unabhängig von der Pflegeausübung. Eine weitere Flexibilisierung der Erwerbszeiten könnte helfen, die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege zu erhöhen, damit Pflegende den Arbeitsmarkt erst gar nicht verlassen.
Zusammenfassung (übersetzt):
German society is ageing, and more and more of those in paid employment are having to combine their jobs with caring for a relative. Of the approximately 5.7 million family caregivers in Germany in 2022, almost three quarters were under 66 and thus still of working age. The burden of care varies not only with age, gender and income, but also with the hours worked in formal employment. An analysis of responses to the 2022 Socio-Economic Panel (SOEP) shows that caregivers who were working full-time spent an average of 1.9 hours per working day providing nursing care, only half as many as those not in employment. Male carers are often working full-time, although the proportion of full-time workers is less than among non-carers. The differences between female carers and non-carers are smaller, although here too there is a slightly higher level of employment among non-carers. Only a minority of working-age family caregivers make a substantial change to their level of employment when they start nursing: a bare 10 per cent of carers aged between 18 and 66 have become unemployed since taking on their current caring commitment. While this represents a total of nearly 400,000 individuals, it is counterbalanced by the approximately 260,000 caregivers who have actually taken up new formal employment in addition to their nursing responsibilities. At the same time, four out of every five of those who have reached retirement age and left gainful employment are disinclined to return to it, regardless of whether they are providing care or not. Policymakers' focus should thus be on making working hours more flexible. This will not only render individual solutions for balancing work and caregiving easier to achieve; it will also serve to keep caregivers of working age, especially those approaching retirement, in the labour market for as long as possible.
Schlagwörter:
Gesundheit und Ungleichheit
Zeitallokation und Arbeitsangebot
Zeitallokation und Arbeitsangebot
JEL:
I14
J22
J22
Persistent Identifier der Erstveröffentlichung:
Dokumentart:
Article
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