Abstract:
Der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien geht mit einer gestiegenen Volatilität der Strompreise einher. Damit wird das betriebswirtschaftliche Leitbild einer möglichst konstanten industriellen Produktion infrage gestellt. Produktionsstrategien, die den Stromverbrauch gezielt in günstige Zeitfenster verlagern, gewinnen an Bedeutung. Ein flexibles Lastmanagement bietet nicht nur aus Unternehmenssicht Effizienzpotenziale; es kann auch die Netzstabilität erhöhen und eine erfolgreiche Energiewende begünstigen. Gesetzliche Regelungen zum individuellen Netzentgelt konterkarieren die Anreize zur Flexibilisierung allerdings teilweise. Der regulatorische Rahmen sollte an die veränderten Bedingungen am Strommarkt angepasst werden und so die Transformation der industriellen Produktion fördern.
Abstract (Translated):
This article examines how volatile electricity prices driven by renewable energy integration challenge traditional industrial production logics in Germany. It highlights the conflict between flexible, market-oriented production strategies and regulatory incentives that still favour constant load profiles, particularly through individual network charges under §19 (2) StromNEV. By analysing the resulting economic trade-offs for energy-intensive firms, the paper reveals structural barriers to system-friendly demand flexibility. It concludes that realigning regulatory frameworks with the dynamics of renewable-based power systems is essential to unlock efficiency potentials and support the energy transition without undermining industrial competitiveness.