Abstract:
Auf Grundlage der zweiten Welle der IMPa-Befragung lässt sich erstmals realisierte Abwanderung untersuchen: 2,6 Prozent der betrachteten Eingewanderten haben Deutschland verlassen. Davon kehrten 60 Prozent in ihr Herkunftsland zurück, 40 Prozent wanderten in ein anderes Land weiter. Abwanderungsabsichten sind ein wichtiger Frühindikator für spätere Abwanderung: Unter den Ausgewanderten hatte fast jede zweite Person in der ersten Welle der IAB-Befragung Abwanderungspläne genannt; unter den später Verbliebenen traf dies nur auf 2 Prozent zu. Zugleich waren knapp zwei Drittel der Personen mit Abwanderungsplänen bis zur Folgebefragung in Deutschland geblieben. Die wichtigsten Gründe für den Wegzug sind partnerschaftliche und familiäre Gründe (39 %), aufwändige bürokratische Prozesse (32 %), persönliche Vorlieben (30 %), berufliche Gründe (29 %) und der Wohnungsmarkt (27 %). Viele Ausgewanderte bleiben Deutschland verbunden: 53 Prozent wären rückblickend gerne länger oder dauerhaft geblieben, 57 Prozent haben über eine mögliche Rückkehr nach Deutschland nachgedacht. Ausgewanderte nennen häufig Unterstützungsbedarf bei Arbeit und Karriere, Sprache, Wohnungssuche, Behördengängen und leichter zugänglichen Informationen. Zudem nehmen sie die Arbeitsmarktchancen Eingewanderter als schlechter und die aufenthaltsrechtliche Sicherheit als kritischer wahr als Verbliebene.