Abstract:
Der Beitrag untersucht Struktur und Strategie eines "rechten Betriebspopulismus" am Beispiel der rechtsextremen Pseudogewerkschaft "Zentrum". Auf Basis qualitativer Expert*inneninterviews zeigt er, wie Transformationsdruck, Personalabbau, Dequalifizierung, Prekarisierung und demokratische Legitimitätsdefizite zu Anknüpfungspunkten rechter Mobilisierung werden. Im Fokus steht die Analyse der betriebspopulistischen Konfliktlinien: Zentrum verschiebt den Kapital-Arbeit-Konflikt auf der vertikalen Achse gegen IG Metall und Betriebsräte und codiert die IG Metall zugleich auf der horizontalen Achse als betriebsfremde Eingriffsmacht. Dadurch erscheint sie als hybride Gegnerin von "oben" und "außen". Der Beitrag diskutiert Gegenstrategien für eine demokratische, konfliktfähige Gewerkschaftsarbeit.