Abstract:
Digitale Plattformen, wirtschaftlicher Druck auf Verlage und die Zersplitterung der Mediennutzung lassen die gemeinsame lokale Öffentlichkeit erodieren - mit Folgen für demokratische Meinungsbildung. Die Studie des vhw untersucht, wie dieser sozio-technische Wandel lokale Informations- und Kommunikationsstrukturen verändert. Dazu verbinden die Autorinnen und Autoren eine breite Literatur- und Datenanalyse mit Fallstudien in Essen, Wuppertal und dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz, wo Verwaltungen, Vereine und Bürgerinnen und Bürger befragt wurden. Besondere Herausforderungen zeigen sich beim Lokaljournalismus, beim ambivalenten KI-Einsatz sowie bei fragmentierten Medienrepertoires - also den je individuellen Medienmixen der Menschen. Als Lösung schlägt die Studie einen Local Open Public Space vor: eine dezentrale, gemeinwohlorientierte digitale Infrastruktur, die alle lokalen Akteure vernetzt und so demokratische Teilhabe sichern soll.