Abstract:
In den vergangenen 150 Jahren hat der Wohnraumkonsum stark zugenommen. In Deutschland stieg er von weniger als einem halben auf fast zwei Zimmer pro Kopf. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person stieg zwischen 1956 und 2024 von 18,4 auf 49,2 Quadratmeter und hat sich damit mehr als verdoppelt. Steigende Einkommen ermöglichten den Bau immer größerer Wohnungen und verbesserten die Wohnverhältnisse: Heute lebt die Mehrheit der Menschen in geräumigen Wohnungen statt in beengten Verhältnissen. Gleichzeitig werden dadurch mehr Ressourcen pro Kopf für Bau, Instandhaltung und Beheizung beansprucht. Anfang der 2000er Jahre setzte jedoch eine Trendwende ein: Die Größe neu gebauter Wohnungen begann zu sinken. Besonders bei großstädtischen Mietwohnungen ist dieser Rückgang seit den 2010er Jahren deutlich zu beobachten. Dieser Wochenbericht führt die Trendwende, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern stattfindet, auf drei Faktoren zurück: kleinere Haushalte, steigende Immobilienpreise und Mieten sowie neue Flächennutzungsregeln, die den Bau von Einfamilienhäusern einschränken. Die Ergebnisse deuten auf eine strukturelle Veränderung hin: Künftig gewinnen kleinere, energieeffiziente Wohnungen an Bedeutung.