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https://hdl.handle.net/10419/334498 Year of Publication:
2025
Series/Report no.:
IW-Report No. 66/2025
Publisher:
Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln
Abstract:
Trotz Rezession und Inflation lag Deutschland auch im Jahr 2023 unter den fünf Ländern der Europäischen Union (EU) mit der höchsten mittleren Kaufkraft der Einkommen. Obwohl die subjektiven Bewertungen des Haushaltsnettoeinkommens gegenüber dem Beginn der Coronapandemie - wie in vielen der einkommensstarken Länder - etwas negativer ausfallen, gibt es innerhalb der EU weiterhin nur wenige Länder, in denen die Einschätzungen positiver sind als in Deutschland. Tatsächlich berichteten in der europäischen Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) im Jahr 2023 in keinem der EU-27-Staaten weniger Menschen, relativ schlecht, schlecht oder sehr schlecht mit ihrem Einkommen auszukommen - und nur in den Niederlanden, Luxemburg und Schweden gaben mehr Menschen an, finanziell gut oder sehr gut zurechtzukommen. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Einkommensungleichheit wider. So zeichnet sich nach 2020 sowohl auf Basis des EU-SILC als auch des Mikrozensus (MZ) eine im Wesentlichen stabile Einkommensverteilung auf einem Niveau des Gini-Koeffizienten von 0,3 oder knapp darunter ab. Im europäischen Vergleich ein durchschnittliches Niveau, welches ähnlich zu Schweden ist, und das sich seit 2005 auf Basis der Mikrodaten der amtlichen Statistik in Deutschland kaum verändert hat. Das Einkommensarmutsrisiko (präziser: Niedrigeinkommensquote) ist im EU-27-Vergleich unterdurchschnittlich ausgeprägt und hat sich nach überwiegender Datenlage nach 2020 strukturell nicht verschlechtert. Bezüglich der langfristigen Entwicklung des Armutsrisikos gilt es zu beachten, dass unterschiedliche Datenquellen teilweise voneinander abweichende Trends aufweisen. Während im EU-SILC die Entwicklung des Armutsrisikos zwischen 2008 und 2023 weitestgehend unauffällig bleibt und sich im Bereich von 15 Prozent bis 16 Prozent bewegt, zeichnet sich im MZ zwischen 2005 und bis zum Zeitreihenbruch im Jahr 2019 zunächst ein ansteigender Trend ab, der sich in großen Teilen durch die erhöhte Zuwanderung seit 2010 erklären lässt. Nach dem Jahr 2020 ist die Niedrigeinkommensquote - bei gleichzeitig sinkender realer Niedrigeinkommensschwelle - auf Basis des MZ leicht rückläufig. Vor dem Hintergrund der krisengeprägten Entwicklungen der vergangenen Jahre kann die in der Gesamtschau weitestgehend stabile Verteilungssituation durchaus als positiv bewertet werden.
Abstract (Translated):
Despite the recession and inflation during the past years, Germany remained among the five European Union (EU) countries with the highest average purchasing power of median income in 2023. Although subjective assessments of net household income are somewhat more negative than at the start of the coronavirus pandemic - as in many high-income countries - there are still only a few countries within the EU where subjective income assessments are more favourable than in Germany. In fact, in the 2023 EU-SILC survey, no EU-27 country reported a lower share of people saying they found it relatively hard, hard, or very hard to get by on their income - and only in the Netherlands, Luxembourg, and Sweden did a higher share of people report managing well or very well financially. This is also reflected in the development of income inequality. According to both the EU-SILC and the microcensus, the income distribution after 2020 appears to be essentially stable at a Gini coefficient of 0.3 or slightly below. This is an average level in European comparison, similar to Sweden, that has hardly changed since 2005 based on microdata from official surveys in Germany. The risk of income poverty (more precisely: low-income rate) is below average in a comparison of the EU-27 and, according to the majority of survey data, has not structurally deteriorated after 2020. Regarding the longterm development of the risk of poverty, it should be noted that different data sources show varying trends. While the EU-SILC shows that the risk of poverty rate remains largely unchanged between 2008 and 2023, ranging between 15 per cent and 16 per cent, the microcensus initially shows an upward trend between 2005 and the break in the time series in 2019, which can largely be explained by increased immigration since 2010. After 2020, the low-income rate is slightly declining based on the microcensus, with a simultaneous decline in the real low-income threshold. Against the backdrop of the recent crises, the largely stable income distribution can be considered positive overall.
JEL:
D31
I32
I32
Document Type:
Research Report
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